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Kappenabend 2017 Rückblick

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Bei der Eintracht waren die Narren wieder in ihrem Element


Nach einem Jahr Pause wurde bei der Eintracht-Sitzung erneut ein Generalangriff auf das Zwerchfell der Zuschauer mit vielen hochkarätigen Beiträgen gestartet. Auch bei dieser 16. Auflage der „Funk- und Hemdensitzung“ der E93 hallte das Echo des Evergreen-Motto's „Alles lacht – Eintracht“, wie immer ehrfurchtsvoll intoniert durch Sitzungspräsident Fred, vielfach aus den begeisterten Kehlen im festlich dekorierten Sportheimwohnzimmer wieder. In der "Dürmer Faschenaacht" hat sich diese liebevoll zusammengestellte Veranstaltung der Eintracht mittlerweile ihren Platz in vorderster Reihe erkämpft und braucht den Vergleich mit „echten“ Prunkveranstaltungen nicht zu scheuen. Mit einer Mischung aus fetzigen Tanz -und Gesangs-Einlagen sowie zündenden Büttenreden erfreut sich diese, vermutlich unkonventionellste „Sitzung“ der Region, seit 2001 ungebrochener Resonanz durch das närrische Volk. Für die erwartungsfrohen Gäste lohnte sich auch diesmal der Weg auf’s Sportgelände-Süd und das Schlange stehen mit einem über 4-stündigen Programm der Spitzenklasse. Frei nach dem Motto „No Filler's just Killers“ gab es keine Verschnaufpausen, nach dem pünktlich um 20.11 Uhr „Präsi Fred“ (Manfred Schärpf) mit seinem Hofstaat, angeführt von der Garde der Blauen Dorschdels (diesmal Marvin Fritsch & Felix Mechler) sowie den Räten (Mike Hasenstab & Christian Spreitzernbarth), in den faschenaachtlich dekorierten Narrentempel einrückte.
 
Humorvoll moderierte Präsident Fred I. vom Sprecherhäuschle durch den Abend und sorgte, musikalisch unterstützt durch die DJ Maio & DJ Crazy sowie Sounddesigner Bernie Bundschuh im Orchestergraben, immer wieder mit humorvollen Zwischenkommentaren für beste Stimmung. In seiner Eröffnungsbütt folgte ein traditionell recht bissiger Rundumschlag bei dem sowohl die EINTRACHT, er selbst mit seiner Tätigkeit als Stimme bei den sonntäglichen Heimspielen als auch andere Eintracht-Aktive ihr Fett weg bekamen. Das Thema Tribünenabriss, was als direkte Folge des zu schweren Sprecherdomiziles sowie auf die stets wuchtigen Ausfälle des Protagonisten zurückgeführt wurde, durfte nicht fehlen. So wurde das Publikum mit den ersten Lachsalven des Abends perfekt eingestimmt, auf alles was noch folgen sollte. Als geplagter Rentner Opa August“ sorgte dann Dieter Zirkelbach von den „Külsemer Brunnebutzer“ für den ersten hochkarätigen Redebeitrag der Sitzung. Seine haarsträubenden Erlebnisse auf Kreuzfahrten sowie viele zwischenmenschliche Dramen mit seiner redseeligen Gattin sorgten für die ersten Klatschattacken im Saal. Danach gab es für die erste Reihe eine kurze Umbaupause und die einzige Tanzvorführung des Abends brachte Action in die „Hütte“. Die Jugendschautanztruppe der FG Fideler Aff' wirbelte mit ihrem Beitrag „Die vier Elemente“ auf engstem Raum und verzauberten die Zuschauer mit einer farbenprächtigen Vorstellung und vielen Kostümwechseln. Die jungen Tänzerinnen sowie ein Tänzer mit ihrem Trainerdreigestirn Katrin Günther, Jaquline Hornbach & Nadine Hänelden bekamen ein süßes Überraschungsgeschenk vom Hofstaat überreicht. Ein weiteres echtes „Eintracht Eigengewächs“ Silvia Georgi berichtete anschließend mit vielen witzigen Vergleichen über den Wandel „Telefonieren früher und heute“. Mit Ihren Anekdoten über die Zeiten des grünen Knochens sowie meterlangen Verlängerungskabeln konnte sie zahlreiche Lacher auf der Habenseite verbuchen. Danach stand die Inthronisation des „16. Eintracht Prinzenpaares“ auf dem Programm. Mit Ihrer Lieblichkeit Prinzessin Sebastiana von der Querlatte (Sebastian Enders) und Prinz Rudolfo von der Eckfahne Im- und Export aus Höpfi (Rudi Wink) konnte erneut ein trinkfestes Prinzenpaar gewonnen werden. Mit einer feurigen Ansprache ans Narrenvolk eroberten sich die Beiden auch gleich verbal die Herzen der Zuhörer. Als „Doktor Dürn“ nahm Manuel Sturm das Dürmer Ortsgeschehen gekonnt auf die Schippe und neben zahlreichen Story's in und um die Wallfahrtsstadt verordnete er abschließend der örtlichen FG mit ihrem Präsi zum nächsten Jubiläum eine „Reim-Kur“. Denn weitere „66 Johr werd' des sunscht nimmer wohr“, dies führte beim Publikum zu wahren Zwerchfell-Krämpfen führte, die er mit vielen weiteren Portionen feinem Reimhumor behandelte. Präsi Fred belobigte an dieser Stelle alle fleißigen Helfer vor und hinter der Bühne aus und zeichnete stellvertretend die DJ’s sowie die Ersatz- und Not-Räte mit dem diesjährigen Eintracht Orden sowie einigen markigen Sprüchen aus. Mit Ralf „Zack“ Zang zog dann ein absolutes Bütten-Ass der Region mit einem Jahresrückblick, der es in sich hatte vom Leder. Die Narrenmenge ging dabei voll mit, denn es gab nicht nur platte Schenkelklopfer sondern durchaus hinter sinnliches im Programm. Er rockte den Saal und das Publikum zollte seinem auch schauspielerisch tollen Auftritt mit Dauerlachen und viel Applaus den verdienten Tribut. Danach erfolgte die obligatorische Honoratiorenrunde mit den Ehrungen für die wichtigen Leute des Vereins und vor allem die Macher hinter der Veranstaltung Ursel und Rolf Günther sowie Vorstand Jürgen Mellinger und Fördervereinsvorsitzender Joachim Mellinger. Abgeschlossen wurde diese Runde mit der unvermeidlichen, alljährlichen Witze- und Kalauerschlacht zwischen Rolf und Fred, die auch in diesem Jahr wieder mit einem Unentschieden und Zwerchfellkrämpfen beim Publikum endete. In diese Frohsinnswoge hinein stieß dann mit Wolfgang König ein weiteres Bütten-Ass des Narrenrings. Er schaffte es beinahe mühelos als Tourist aus Höpfi das Stimmungsbarometer weiterhin auf hohem Niveau zu halten. Als Urlauber zu Wasser, Luft und Land hatte er aberwitzige Geschichten mitgebracht die das Publikum in Hochstimmung versetzten. Die beiden Urgesteine der Eintracht Sitzung , die Dürmer Tratschweiber Rita & Gerda hatten sich in diesem Jahr prominente Verstärkung mitgebracht: Landrat Dr. Achim Brötel und sein persönlicher Referent an der Gitarre Peter Fieger brachten mit ihrem ganz speziellen Narrentreffen das musikalische Highlight des Abends und den Saal zum Kochen. Achim und CoKG inszenierten Rita und Gerda als Tanzmariechen-Gardetanzturniersieger des Jahrganges 1961 und sorgten dabei mit ihren Wortbeiträgen immer wieder für Lachsalven beim dankbaren Publikum. Für die geistigen Weihen des Abends sorgte Martin Gehrig von den Höigöikern Glashofen. Dieses kam er als besonnener Mesner, der allerlei Lustiges in und um die Kirche zu berichten hatte und damit trotz vorgerückter Stunde noch voll in das Humorzentrum des Publikums vorstieß. Den furiosen Schlusspunkt der Sitzung bildete schließlich die Stippvisite des bereits vorangekündigten Staatsgastes der den Saal bereits beim Einmarsch mit stehendem Applaus und unter Egerländer-Klängen eroberte. Der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka brachte in seiner Ansprache einen Knaller nach dem anderen und überraschte mit viel Insiderwissen rund um die Eintracht. Kabarettist Matze Schenk ging in dieser Rolle voll auf und trug das närrische Auditorium mit seinen Humorsalven nochmals zu „höchster Lachleistung“. Die langanhaltenden Standing Ovations beim anschließenden großen Finale, bei dem noch einmal alle Akteure zusammen kamen, bestätigten erneut – es hat wieder einmal alles gepasst rundum zufriedene Gesichter bei den Machern und den Bespaßten – so muss das ein! Der Abend war danach natürlich noch lange nicht vorbei, denn die beiden Hofmusiker DJ Crazy und DJ Maio zeigten erneut ihr Stimmungstalent und heizten der tanzhungrigen Meute kräftig ein. So wurde im Clubheim und in der beheizten Hüttenbar noch ausgelassen gefeiert, gelacht und gesungen bis in die Puppen. (mm)