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SV Fortuna Historie

Details

Historie des SV Fortuna Walldürn von 1962-1993

Gemeinsame Interessen, gleiche Begeisterung für den damals meist braunen Lederball und das beliebte Fußballspiel, das ist es, was Freundschaften schließen lässt, und das war es auch, was 14 Freunde einer Stammtischrunde zusammenkommen ließ. Einige hatten bereits vom Fußballsport Abschied genommen, ein Teil war zur Zeit bei anderen Vereinen aktiv, manche hatten sogar noch nie einen Ball am Fuß. Der Wirt wusste schon Bescheid, wenn sie kamen, denn dann stand der grüne Wimpel mit der goldenen Aufschrift „Stammtisch“ und das Sparschwein auf dem Tisch im Nebenzimmer und es wurde natürlich meistens über das Lieblingsthema Fußball gesprochen.
Der Wunsch, gemeinsam Fußball zu spielen, wurde immer größer und intensiver. Schließlich fand man einen ersten namhaften Gegner (Wiesbaden). Die Vorbereitungen wurden getroffen und man fieberte der ersten Begegnung entgegen.
Nach einem 2:5 Erfolg war die Begeisterung riesengroß und nach weiteren Erfolgen über schon jahrelang spielende Mannschaften reiften Pläne, eine eigene Mannschaft zu gründen. Womöglich in einem - und der Gedanke war damals sehr kühn - Verein, der die Interessen der kleinen Runde wahrte und förderte. Die Interessen, die allein darin bestanden, Freundschaft und Kameradschaft zu pflegen und in der sportlichen Betätigung neue Freunde zu gewinnen.
Man sprach darüber, fand neue Freunde und die kleine Runde wurde schließlich immer größer.

Ein denkwürdiger Tag in der Vereinsgeschichte ist der 20. Oktober im Jahre 1962. Regnerisch und trüb war dieser Samstag, an dem eine Versammlung um 20.00 Uhr im Gasthaus „Schlüssel“ stattfand.
Die Tische waren zu einer Tafel zusammengerückt worden und voller Spannung saß man herum. Der Wille zur Gemeinsamkeit war da, nur der zündende Funke fehlte. Das befreiende Wort „Ja, wir wagen es“ wollte nicht kommen; zu viele Bedenken meldeten sich an. Aber man hatte ja Sportfreunde geladen und ihre Meinung sollte in die Waagschale geworfen werden. Es gab viel, was für, aber auch einiges, was gegen dieses Vorhaben sprach.
Durch die Worte der geladenen Sportfreunde und Funktionäre ermutigt, stimmten die letzten noch zweifelnden Versammlungsteilnehmer zu. Der neue Verein war geboren. Zwar noch ohne Vorstand, ohne Namen, ohne Mannschaft, aber man hatte bereits schon seine Vorstellungen. Dafür hatte dieser Verein aber begeisterte Anhänger, die keine Mühe und Opfer scheuten, und das war mehr, als sich der beste Verein wünschen konnte. Der Inhalt des Sparschweins, gedacht für einen Ausflug der Stammtischrunde, wurde spontan als Anfangskapital und Grundstock mit 699,45 DM dem neuen Verein übergeben. Der Startschuss war gefallen - die Entwicklung nicht mehr aufzuhalten.
Auf den 27. Oktober wurde erneut eine Versammlung einberufen, um dem Verein ein Gesicht zu geben. Der Vereinsname war schnell gefunden der „SV Fortuna“ wurde mit viel Begeisterung ins Leben gerufen. Fortan sollte in Grün-Weiß gespielt werden, auch die Wahl des 1. Vorstandes ging reibungslos vonstatten und alle zeigten eine große Bereitschaft mitzuhelfen und anzupacken.

Da der “Schlüssel-Wirt“ bald sein Lokal schloß, wurde als neues Vereinslokal das Klosterstüble gewählt. Der 1. Vorsitzende Edwin Dörr hielt am 2. November die erste ordentliche Sitzung ab und verlas neben dem Satzungsentwurf eine Proklamation, die die Haltung und den Geist des neuen Vereins bestimmen sollte. Aus dem
Wortlaut war zu entnehmen, daß der Verein zum Wohle der Jugend, zu ihrer sportlichen Ertüchtigung und als Kulturträger wirken wolle. Der Verein wolle weiterhin im geselligen Leben allen Bürgern eine Heimstadt sein. Die Einstellung der aktiven Spieler soll kameradschaftlich und sportlich sein. Sieg und Niederlage, sportliche Haltung und Fairness entscheiden deshalb über die Einstufung des gesamten Vereins von Seiten der Öffentlichkeit.
Einer der wichtigsten Punkte, den es vor der offiziellen Gründung zu klären galt, war die Sportplatzfrage. Dazu fand im Pfarrheim eine Sitzung mit der Vorstandschaft der Kolpingfamilie und dem SV Fortuna statt. Bei großem Entgegenkommen seitens der Kolpingfamilie wurde der Vertag über die Benutzung des Heidesportplatzes geschlossen.
Während zahlreiche organisatorische Pläne einer raschen Lösung zugeführt wurden und von allen Seiten auf größtes Verständnis und Entgegenkommen stießen, ging man tatkräftig ans Werk, um den Sportplatz für den kommenden Spielbetrieb in Ordnung zu bringen. In eigener Regie erhielt der Platz eine Barriere, wurden Drainageröhren verlegt, der Ballfang hinter dem Tor an der Straße wurde erweitert, der Platz von Steinen gesäubert und vor den Toren wurde Sand aufgeschüttet und gewalzt. Jeder wollte eine Aufgabe zugewiesen bekommen und für jeden gab es auch etwas zu tun. So rückte auch die erste Weihnachtsfeier des Vereins heran und man war sich von Seiten der Vorstandschaft und der Mitglieder sofort im Klaren darüber, das muss eine große Sache werden.
Ein großes Rehessen leitete die Weihnachtsfeier 1962 im Thiry-Saal ein und beim Schein der Kerzen und im gemeinsamen Gesang wuchs der Verein zu einer Familie zusammen. Es war erfreulich zu wissen, dass mit dieser Gemeinsamkeit die Freude über allem stand. Hier wurde auch erstmals die 1. und 2. Fußballmannschaft mit ihren Betreuern der Öffentlichkeit vorgestellt.
Die 1. Mannschaft musste allerdings noch etwas warten, ehe man Punktespiele bestreiten konnte, man trug in der Zwischenzeit Freundschafts– und Pokalspiele aus. Bereits bei diesen Begegnungen musste der Verein wegen der großen Nachfrage an Fahrgelegenheit neben den privaten Pkws noch Busse einsetzen.

Spielbetrieb in der B-Klasse

Die erste echte Runde für den SV begann im Spieljahr 1963/64 in der Staffel 2 am 11. August 1963 und damit war auch der Auftakt für die junge Elf des SV Fortuna gegeben. Wie würde sich die Truppe schlagen, war die große Frage. Doch bereits am ersten Spieltag überzeugte man mit einem 10:0 Sieg in Schweinberg. Nach weiteren Spieltagen zeigte sich, daß als Titelanwärter nur zwei Vereine in Frage kamen: SV Fortuna Walldürn und der VfB Heidersbach. Diese beiden Mannschaften lieferten sich ein verbissenes Kopf-an-Kopf- Rennen, punktgleich am Ende der Runde musste ein Entscheidungsspie in Hettingen ausgetragen werden, das über die Meisterschaft sowie den Aufstieg in die A-Klasse entscheiden. Die Fortuna war für diese Spiel bestens gerüstet, hatte Kondition, zeigte Spielwitz und ging mit 7:1 Toren als Sieger und damit auch als Meister der B-Klasse (Staffel 2) hervor.
Der klare Sieg der Walldürner Fortunen löste begreiflicherweise bei der großen Anhängerschaft höchste Begeisterung aus.
Die Daheimgebliebenen in Walldürn wurden per Brieftaubenpost immer über den neuesten Stand des Kampfes informierten.
Bei dem großen Torsegen wurden allerdings zum Schluss die Tauben etwas knapp. Der verdiente Sieg zum Schluss
wurde viel mit Jubel, Beifall und herzlichen Glückwünschen des Staffelleiters, Theodor Müller sowie des fairen Verlierers Heidersbach und vieler Sportfreunde quittiert.

Kreismeister des Kreises Buchen

Während nun die Fortuna-Elf Meister der Staffel II war, qualifizierte sich in der Staffel 1 als Aufsteiger zur A-Klasse der SV Adelsheim. Zwischen diesen beiden Mannschaften musste in einem Hin- und Rückspiel die Kreismeisterschaft ausgespielt werden. Auch in diesen zwei Auseinandersetzungen behielten die Fortunen, in guter Form aufspielend, die Oberhand und wurden damit verdienter und gefeierter Kreismeister am 24. Mai 1964.

Spielbetrieb in der A-Klasse

Für die Spiele in der A-Klasse wurden die Vorbereitungen am 26. Juli 1964 mit dem Freundschaftsspiel gegen den TSV Wörth eingeleitet. Erfolgverheißend wurde die Begegnung gegen diesen starken Gegner mit 5 : 1 gewonnen. Auch im folgenden Turnier der A-Klasse am 2. August In Hettingen, an dem sich die Mannschaften VfB Altheim, TSV Buchen SpVgg Hainstadt und Fortuna Walldürn beteiligten, ging die Fortuna als Turniersieger hervor.
Trotz der Vorbereitungserfolge war sich die Vereinsleitung und die 1. Mannschaft völlig Im klaren darüber, dass die Punktspiele in der A-Klasse weitaus schwerer sein würden. Der Start in der Saison 64/65 begann am 9. August mit der Begegnung in Hardheim, bei dem sich die Fortuna In ihrem ersten 1:2 Sieg ziemlich schwer tat. In der Folge übernahmen sie jedoch nach dem vierten Spieltag die alleinige Tabellenführung. Als hartnäckigste Verfolger kristallisierten sich in der Vorrunde der TSV Götzingen sowie der TSV Mudau heraus, auch Altheim mischte anfangs kräftig mit, fiel dann aber etwas ab. Die erste Niederlage mußte Fortuna am zwölften Spieltag hinnehmen. Ausgerechnet beim Tabellenvorletzten TSV Rosenberg passierte dieser Ausrutscher. Für die Herbstmeisterschaft fehlte jetzt nur noch ein Punkt, der in Altheim geholt werden musste. Man spielte wie gewohnt auf; letztlich gewannen die Fortunen gegen den VfB mit 2:3 Toren und wurden damit Herbstmeister. Durch diese Erfolge
wurde die Fortunaelf in die Favoritenrolle gedrängt, die das Siegen bekanntlich schwerer macht, denn welche Mannschaft hatte nicht den Ehrgeiz, den Tabellenführer zu schlagen. So wurde zum Rückrundenauftakt am 20. Dezember der TV Hardheim mit 9:0 besiegt und alle Verfolger des Herbstmeisters ließen Punkte liegen. Die kalte Dusche kam, als die Fortunen hintereinander ihre Spiele gegen Hainstadt und Götzingen verloren und damit punktgleich mit dem TSV Mudau waren. Auch der FC Hettingen als Dritter meldete Ansprüche an. Die Fortuna gewann klar und nach weiteren Siegen holte man sich im vorletzten Spiel in Buchen die fehlenden Punkte zur
Meisterschaft in der A-Klasse Buchen.

Bau des Clubheims und Fahnenweihe

Während den Spielen von 1962 bis 1964 hatte sich gezeigt, dass für die Spieler eine Umkleidemöglichkeit am Sportplatz unerläßlich geworden war So wurde der Verein mit dem Bau eines Clubheime konfrontiert. Mit beispiellosem Idealismus wurde dann 1964 mit dessen Bau begonnen. Unter großen Opfern und dem vorbildlichen Einsatz aller Mitglieder konnte das Heim unter der Regie von Franz-Karl Lauer 1965 fertiggestellt werden. Zur Freude aller Vereinsmitglieder konnte 1965 dieses kleine aber schmucke Heim, verbunden mit einer neuen Fahne, seine Weihe erfahren.

II. Amateurliga Odenwald

Der Aufstieg des Sportvereins Fortuna Walldürn war seit seiner Gründung derart steil, dass es fast unglaublich erschien.
Im ersten Spieljahr Meister der B-Klasse. Kurz darauf am 4. Mai 1964 Kreismeister des Kreises Buchen und im Spieljahr 64/65 schon wieder Meister der A-Klasse. Das alles sind Erfolge, die dem Verein nicht in den Schoß gefallen sind. Um sie wurde hart gerungen, wurde manche Stunde von den einzelnen Mitgliedern dem Verein geopfert, wurde aber auch so manche Stunde der Kameradschaft und Freundschaft genossen.
Konnte es da überhaupt noch eine Steigerung geben? Diese Frage wurden von vielen gestellt, denn der SV Fortuna hat die Tür zur II. Amateurliga aufgestoßen und wird versuchen, diese Spielklasse auch zu halten. Walldürn mit seinen knapp 10.000 Einwohnern hatte einen zweiten Verein in derselben Spielklasse. Die Einwohnerschaft, die mit großem Interesse die Entwicklung des SV Fortuna verfolgt, war ebenfalls stolz auf diese großartige Leistung des jungen Vereins. Der Zuspruch, sich diesem Verein anzuschließen, wurde immer größer. Durch die große Kameradschaft, der Geselligkeiten und nicht zuletzt der Erfolge gewann der Verein immer mehr an Mitgliedern, Freunden und Gönnern. Das Ziel, den Verbleib in der II. Amateurliga zu erspielen, wurde erreicht. In den Spieljahren 1965 bis 1970 belegte die Mannschaft immer einen guten Mitteplatz und konnte 1967 sogar einmal bis auf den 3. Tabellenplatz vorstoßen. 1971 musste ein Entscheidungsspiel um den Klassenerhalt ausgetragen werden. Im Jahr 1972 belegte das Team wiederum einen guten Mittelplatz. Auch die 2. Mannschaft war in diesem Jahr sehr erfolgreich. Mit 78:40 Toren und 37:15 Punkten gewann sie gemeinsam mit Osterburken die Pokalmeisterschaft.

In der Saison 72/73 musste die 1. Mannschaft, die in den ersten 11 Jahren seit der Gründung von vielen Erfolgen verwöhnt war, die erste große Niederlage einstecken, denn der Abstieg aus der II. Amateurliga Odenwald konnte nicht verhindert werden. Doch der Abstieg in die A-Klasse war kein echter Beinbruch, dies zeigten die nächsten zwei Jahre. Die gute Kameradschaft im Verein und in der 1. Mannschaft schweißte auch weiterhin ein erfolgreiches Team zusammen.

Zurück in der A-Klasse

Im Spieljahr 73/74 musste man sich noch mit der Vizemeisterschaft begnügen, jedoch eine Saison später schaffte man wieder die Meisterschaft in der A-Klasse und war somit wieder zum Aufstieg in die II. Amateurliga Odenwald berechtigt. Im Entscheidungsspiel gegen den punktgleichen TSV Buchen gab es in Hainstadt einen glanzvollen Sieg.
In der offiziellen Meisterschaftsfeier am 14.7.75 wurden dann die Spieler der 1. Mannschaft, Trainer Tilbert Günter und Betreuer Erich Hauck sen. offiziell dafür geehrt. Die Saison 74/75 war überhaupt eine sehr erfolgreiche für den Verein, denn die Reservemannschaft wurde Zweiter, die AH wurde Sieger der Feldpokalrunde und die C-Jugend errang die Staffelmeisterschaft. Eine besondere Würdigung erhielt in dieser Feier der langjährige Aktive der 1. Mannschaft und Torjäger Heinz Imhof. Er wurde für seine Treue und seinen erfolgreichen Einsatz für den SV Fortuna Walldürn zum Ehrenspielführer ernannt.

Erneut in der II. Amateurliga

Das Ziel für die neue Saison 75/76 war natürlich zuerst ein Nichtabstiegsplatz. Dies konnte auch ohne große Probleme erreicht werden. Nach dem letzten Verbandsspiel am 16.5.76 gegen Viktoria Wertheim konnte man eine durchweg ausgeglichene Bilanz aufweisen: 26:26 Punkte (13:13 daheim und auswärts) und einen 7. Tabellenplatz.
Einen Einschnitt gab es dann aber Vereinsführung. Der seit Gründung tätige Vorstand Edwin Dörr musste sein Amt aus gesundheitlichen Gründen an den bisherigen 2. Vorsitzenden Paul Gaukel abgeben. Die 2. Spielrunde in der Amateurliga brachte dann leider den erneuten Abstieg. Nachdem man sich fast während der ganzen Spieltage auf einem Abstiegsplatz befand, konnte man nach einem 3:1 Sieg gegen Fahrenbach am 23. Spieltag nochmals die Hoffnung hegen, den Weg in die A-Klasse zu verhindern. Nach 2 weiteren Niederlagen gegen Mudau und Lauda war der Abstieg jedoch nicht mehr zu vermeiden. Viele Gründe wurden für das damalige Debakel angeführt. Weniger das durchaus geeignete Spielermaterial als vielmehr der recht schwache Trainingsbesuch sowie die Tatsache, dass Spieler aus beruflichen Gründen unter der Woche nicht am Training teilnehmen konnten sowie die mangelnde Zusammenarbeit im Spielausschuss waren die Hauptgründe.
Doch ganz leer ging man auch in dieser Spielzeit nicht aus und gewann die zum 1. Male ausgetragene Stadtmeisterschaft in der Nibelungenhalle. Ebenso begann In diesem Jahr die 10-jährige Tätigkeit von Leo Fischer als 1. Vorsitzenden des SV Fortuna.

Bezirksliga Buchen

Ab der Saison 77/78 spielt die 1. Mannschaft des SV Fortuna in der Bezirksliga Buchen (vormals A-Klasse). In dieser Liga war man bis einschließlich der Saison 84/85 immer eine echte Spitzenmannschaft, die um den Aufstieg spielte. Dabei mußte man sich insgesamt leider gleich dreimal mit der undankbaren Vizemeisterschaft zufrieden geben.
Ab der Saison 85/86 begann dann für die 1. Mannschaft ein sehr großer Umbruch und Neuaufbau. Dabei mußten
gleich sieben Stammspieler, die aus unterschiedlichen Gründen (Vereinswechsel, Beendigung der Laufbahn) nicht
mehr zur Verfügung standen, ersetzt werden. Diese Lücken sind komplett mit Spielern aus der A-Jugend geschlossen worden. Zum Glück waren sich Trainer und Spielausschuss der kritischen Lage bestens bewusst und versuchten mit äusserstem Engagement die schwierige Situation zu meistern. Dank diesem intensiven Einsatz der Aktiven konnte tatsächlich ein Nichtabstiegsplatz erreicht werden. In der Saison 86/87 zeigte sich dann schon ein deutlicher Aufschwung gegenüber dem Vorjahr und Coach Siggi Schreck zusammen mit Spielausschuss Norbert Pahle hatten recht schnell eine gute Mischung zwischen Jung und Alt gefunden, und gemeinsam erreichte man so am Saisonende einen soliden Platz 10.

Jugendkooperation in Walldürn

Fortuna und Kickers ziehen in der Jugendarbeit an einem gemeinsamen Strang – was Jahre zuvor eigentlich undenkbar schien, beginnt 1986 in Form einer Spielgemeinschaft im C- und B-Jugendbereich. Beide Vereine wollten so schnellstmöglich an alte Erfolge anknüpfen.
Damals wurden die Verantwortlichen quasi zu ihrem Glück auch etwas gezwungen, denn der starke Geburtenrückgang Ende der 70er Jahre und davor machte sich auch bei “König Fußball“ deutlich bemerkbar. Aber auch das gleichzeitig immer größer werdende Freizeit -und Sportangebot bewirkte, dass keiner der beiden Vereine wirklich schlagkräftige Jugendteams im Bereich der C- und B-Jugend alleine auf die Beine stellen konnte.
In dieser bedrohlichen Situation setzten sich Vertreter beider Vereine mit den Jugendleitern Alois Stöffel (Fortuna) und Thomas Dürr (Kickers) an der Spitze, erstmals an einen Tisch zum gemeinsamen Gedankenaustausch. Das Ergebnis war einleuchtend, wenn beide Vereine im Jugendbereich zusammenarbeiten würden, müsste es doch möglich sein, den aktiven Seniorenmannschaften guten Nachwuchs von der Basis zuzuführen und neuen Impulse zu setzen.
Nachdem der Vorstand beider Vereine grünes Licht gegeben hatte, kam es zu Beginn der Saison 86/87 zu den ersten Kooperationsgesprächen und auch schnell zu einer Einigung über die Details.
Jetzt mussten noch die damaligen Statuten des Fußballverbandes umschifft werden, denn Spielgemeinschaften waren nur für den gesamten Jugendbereich möglich. Diese Rechtsprobleme konnten jedoch mit einer Gastspielberechtigung schnell gelöst werden.

Die C-Jugend führte dabei den Trainings -und Spielbetrieb auf dem FC-Gelände durch, während die beiden B Jugendteams auf dem Fortuna-Platz aktiv waren. Als Trainer konnten erfahren Leute mit großer Erfahrung ins
Boot geholt werden. Bei der B-Jugend war dies Albrecht Link und bei der C-Jugend Jürgen Eichhorn.
Neben Co-Trainer Thomas Dürr betreuten jeweils Vertreter von Fortuna (Karl-Heinz Hefner, Gerhard Denz) und Kickers (Georg Feit) die Teams.
Die erste gemeinsame Saison und die gesammelten Erfahrungen sowohl im sportlichen als auch im kooperativen Bereich waren sehr positiv. Im Laufe der kommenden Jahre wurde diese Zusammenarbeit in den unteren Alterklassen bis zur Fusion 1993 noch weiter ausgebaut.

Neuer Sportplatz und Clubheimneubau

Die genauen Details zum Sportplatzneubau auf dem Sportgelände-Süd finden sich ausdrücklich in der Historie des FC Kickers.
Die Fortuna fand letztlich nicht nur mit dem neuen Sportplatz eine neue Heimat in Walldürn, sondern man baute
auch unter maßgeblicher Führung von Vorstand Edwin Dörr sowie dem 2. Vorstand und Bauleiter Karl-Heinz Hefner ein komplett neues Clubheim neben der Tribüne des FC Kickers.
Während der Bauphase wurden viele tausend Helferstunden aller Vereinsmitglieder aufgewendet, in Rekordzeit von nur 4 Monaten wurde bis Dezember 1989 der Rohbau fertiggestellt.
Schließlich war der schmucke Neubau dann ab Ende 1990 bezugsfertig.
Anfangs pendelte man noch zwischen dem neuen Spielort (das erste offizielle Verbandsspiel fand im August 1989
statt) und altem Sportheim hin und her, aber nach der Fertigstellung blieb man dann natürlich dauerhaft in  Walldürn-Süd. Dies war dann leider auch das Ende der sehr beliebten Clubheimchefin Marianne Hauck, die sich in den verdienten Ruhestrand begab.
Der Altbau auf dem „Betze“ war dadurch natürlich überflüssig und wurde dann etwas später an die Pfadfinder verkauft. Die noch relativ neuwertige Flutlichtanlage auf der Heide wurde an den SV Wettersdorf/Glashofen veräußert.

AH Abteilung

Acht Jahre nach der Gründung des SV Fortuna Walldürn wurde auch ein Altherrenteam im Jahr 1970 durch Berthold Sauter gegründet. Er war auch Abteilungsleiter der AH von 1970 bis 1974. In den Jahren 70 bis 72 wurden zunächst nur Freundschaftsspiele ausgetragen. Ab 1973 bis 76 spielte die AH dann in der Pokalrunde für AH-Mannschaften im Sportkreis Buchen. Mann wurde dabei gleich auf Anhieb Meister des Spieljahres 1973. Die AH setzte diese tolle Erfolgsserie auch in den folgenden Jahren 1974, 75 und 76 weiter fort und in diesen Meisterschaftsjahren wurde tatsächlich kein einziges Punktspiel verloren. 1979 errang die AH der Fortuna auch ihre erste Kreismeisterschaft im Hallenfußball. Es folgten dann weitere Sieg in diesem Wettbewerb in den Jahren 80, 82 und 83.
Abteilungsleiter: 1971 – 1974 Berthold Sauter - 1974 – 1981 Fritz Grünwald - 1981 – 1994 Herbert Kirchner
Betreuer: 1970 – 1974 Elmar Zugelder - 1974 - 1986 Helmut Hauck - 1986 - 1994 Horst Heilmann
Kassierer: 1974 - 1994 Alois Stöffel

Spielbetrieb 1988 bis 1993

In den Saisons 1988/89 (Platz 4) sowie 89/90 (Platz 5) erlebte die Fortuna in der Bezirksliga nochmal einen kurzen Höhenflug in den vorderen Bereichen.
Außerdem gelang im August 1989 erstmals der Gewinn der Walldürner Stadtmeisterschaft.
Aber nach einem erneuten Personalumbruch folgte Platz 10 in der Runde 1990/91, in der nächsten Saison 1991/92 musste man da gar den damals doch überraschenden und vor allem unnötigen Abstieg in die Kreisliga A hinnehmen, in der die Kickers schon seit 1988/89 beheimatet waren. Eine große Verletzungsserie von einigen Stammspielern gegen Ende der Runde sowie eine schwache Torausbeute hatte ebenfalls zu diesem Desaster eher unpassend zum 30-jährigen Jubiläum des Vereins stark beigetragen.

Nach einem sechsten (1992/93) sowie vierten Platz 1993/94 stieg man durch die beschlossene Fusion und der sportlichen Vizemeisterschaft des FCK in dieser Runde für die Saison 1994/95 als neuer Verein EINTRACHT 93 Walldürn endlich wieder in die Bezirksliga auf.
Abschließend im letzten Fortuna-Jahr wurde dabei die Zweite Mannschaft unter dem Betreuerteam Martin Schott und Thomas Schwarz mit großer Überlegenheit nochmals Pokalsieger der Kreisklasse A Reserven.